Physische Adresse
17033 Neubrandenburg
Deutschland
Physische Adresse
17033 Neubrandenburg
Deutschland

Das Tarot ist weit mehr als ein Kartensatz zur Zukunftsdeutung. Es ist ein Spiegel der menschlichen Erfahrung, ein Archiv universeller Archetypen und ein faszinierendes Stück europäischer Kulturgeschichte. Seit Jahrhunderten inspiriert das Deck aus 78 Karten Künstler, Philosophen und Suchende gleichermaßen.
Begeben Sie sich mit uns auf eine Reise zu den Ursprüngen des Tarot, entschlüsseln Sie seine historische Entwicklung und tauchen Sie ein in die vielschichtige Welt seiner Symbolik.
Bevor das Tarot zu einem esoterischen Werkzeug wurde, hatte es einen viel profaneren Zweck: Es war ein Kartenspiel für die High Society.
Die meisten seriösen historischen Quellen verorten die Entstehung des Tarot in der italienischen Renaissance. Um 1420 tauchten in Norditalien, insbesondere in Mailand und Venedig, die ersten Decks auf, die als Carte da Trionfi (Triumphkarten) oder später Tarocchi bekannt wurden.
Wichtige Fakten:
Im 18. Jahrhundert begann die mystische Umdeutung des Tarot. Der französische Okkultist Antoine Court de Gébelin behauptete fälschlicherweise, das Tarot stamme ursprünglich aus dem alten Ägypten und sei in Wahrheit das Buch Thoth (ein angeblich geheimes Wissenswerk).
Obwohl diese Theorie historisch nicht haltbar ist, prägte sie das esoterische Verständnis des Tarot nachhaltig und führte zur Verknüpfung mit der jüdischen Kabbala – eine Verbindung, die von Gelehrten wie Eliphas Lévi im 19. Jahrhundert stark popularisiert wurde.
Die Nutzung des Tarot zur Divination (Weissagung) ist relativ jung. Erst im späten 18. Jahrhundert begannen französische Wahrsagerinnen, die Karten in Lesezirkeln zu verwenden, um Fragen zu beantworten.
Die größte Revolution in der Tarot-Welt erfolgte 1909 mit der Veröffentlichung des Rider-Waite-Smith (RWS) Decks.
Der Okkultist Arthur Edward Waite und die Künstlerin Pamela Colman Smith schufen ein Deck, das sich grundlegend von seinen Vorgängern unterschied:
Das RWS-Deck und seine zahllosen Ableitungen sind heute der weltweite Standard.
Ein komplettes Tarot-Deck besteht aus 78 Karten, unterteilt in zwei Hauptgruppen, bekannt als die Arkana (lateinisch: arcana = Geheimnisse).
Die 22 Trümpfe (von 0: Der Narr bis XXI: Die Welt) stellen die spirituelle Reise des Menschen dar – oft als die „Reise des Narren“ bezeichnet.
Sie behandeln die wichtigsten Lebenslektionen, universelle Gesetze und fundamentale psychologische Zustände. Wenn sie in einer Legung erscheinen, weisen sie auf große, langfristige Einflüsse oder schicksalhafte Ereignisse hin.
| Karte (Beispiel) | Bedeutung |
|---|---|
| 0. Der Narr | Neubeginn, Unschuld, Sprung ins Unbekannte |
| III. Die Herrscherin | Fruchtbarkeit, Fülle, Natur, Weiblichkeit |
| XIII. Der Tod | Transformation, Ende eines Zyklus, tiefgreifender Wandel |
| XIX. Die Sonne | Erfolg, Freude, Vitalität, Klarheit |
Die 56 Karten der Kleinen Arkana beschäftigen sich mit den alltäglichen Situationen, Herausforderungen und Beziehungen des Lebens. Sie sind in vier Farben unterteilt, die mit den vier Elementen und Lebensbereichen korrespondieren:
| Farbe (Symbol) | Element | Lebensbereich |
|---|---|---|
| Stäbe (Wands) | Feuer 🔥 | Leidenschaft, Kreativität, Karriere, Wille |
| Kelche (Cups) | Wasser 💧 | Emotionen, Beziehungen, Intuition, Liebe |
| Schwerter (Swords) | Luft 🌬️ | Intellekt, Konflikt, Wahrheit, Herausforderungen |
| Münzen/Scheiben (Pentacles/Disks) | Erde ⛰️ | Materielles, Finanzen, Sicherheit, Körper |
Jede Farbe besteht aus zehn Zahlenkarten (Ass bis Zehn) und vier Hofkarten (Bube, Ritter, Königin, König), die unterschiedliche Grade oder Persönlichkeiten innerhalb des jeweiligen Bereichs darstellen.
Die wahre Tiefe des Tarot liegt in seiner reichen Symbolik. Jede Zeichnung ist ein Konzentrat von Jahrhunderten spiritueller, mythologischer und numerologischer Bedeutung.
Die numerische Reihenfolge der Großen Arkana ist entscheidend. Zahlen symbolisieren bestimmte Phasen:
Die Figuren im Tarot sind Archetypen im Sinne des Psychologen Carl Jung. Sie verkörpern universelle psychologische Muster, die tief im kollektiven Unbewussten verwurzelt sind:
Beim Lesen des Tarot geht es nicht nur darum, die Zukunft vorherzusagen, sondern darum, diese Archetypen in unserem eigenen Leben zu erkennen und zu verstehen, welche Kräfte gerade am Wirken sind.
Von den opulenten italienischen Salons bis zu den modernen esoterischen Zirkeln hat das Tarot einen bemerkenswerten Weg zurückgelegt. Es beweist, dass Bilder und Symbole eine zeitlose und universelle Sprache sprechen.
Ob Sie das Tarot als Werkzeug zur Selbstreflexion, als historische Kuriosität oder als Medium der Weissagung betrachten: Es dient immer als Spiegel. Es reflektiert unser Innerstes und beleuchtet die Pfade, die wir gehen müssen, um Erfüllung und Weisheit zu finden.
Welcher Archetyp des Tarot spricht Sie heute am meisten an?